
Mit dem Alter steigt die Gefahr
Seniorinnen und Senioren machen mehr als 60 Prozent der Todesopfer bei Bränden aus – und die Gefahr steigt mit dem Alter. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Rund 95 Prozent der Menschen leben im fortgeschrittenen Alter allein und müssen im Ernstfall in den entscheidenden ersten Minuten ohne Hilfe zurechtkommen. Kommen körperliche Einschränkungen oder gar Bettlägerigkeit hinzu, ist Eigenrettung kaum möglich. Durch eingeschränkte Sinne wie Hören, Sehen und besonders das Riechen werden Anzeichen wie Rauchentwicklung oder der Alarm des Rauchmelders gar nicht oder erst spät erkannt.
Auch Medikamente können die Wahrnehmung behindern oder im Falle von starken Schmerz- oder Schlafmitteln komplett ausschalten. Eine große Rolle spielt auch die im Alter oft zunehmende Vergesslichkeit der Seniorinnen und Senioren. Bügeleisen, Herd oder brennende Kerzen können so schnell zu einer Gefahr werden.
Einfache Brandschutzmaßnahmen
Die einfachste Maßnahme, um Brände zu verhindern, ist umsichtiges Verhalten und das Erkennen und Absichern möglicher Gefahrenquellen. Aber es gibt auch wichtige technische Maßnahmen, die für ein Plus an Sicherheit sorgen.
Rauchmelder
Rauchmelder sind in privaten Wohnungen und Häusern gesetzlich Pflicht, sowohl für Mietwohnungen als auch für Eigentum. Bei Rauchentwicklung warnen sie die Bewohnerinnen und Bewohner mit einem lauten Alarm. Für Menschen mit Schwerhörigkeit oder tiefem Schlaf sind vernetzte Geräte eine empfehlenswerte Lösung: Wird in einem Raum Alarm ausgelöst, reagieren die Melder in allen Zimmern. Diese können auch in mehreren Wohnungen genutzt werden und im Ernstfall die Nachbarschaft direkt alarmieren. Spezielle Geräte für Gehörlose senden zudem ein helles Lichtsignal aus und können mit einem Vibrationsalarm gekoppelt werden, der unter dem Kopfkissen platziert wird. Rauchmelder können außerdem als Zusatzangebot des Malteser Hausnotrufs erworben werden. Das Tolle daran: die Rauchmelder werden mit dem Hausnotruf-Gerät verbunden, das Alarm schlägt, wenn es zu Rauchentwicklungen kommt. Im Fall der Fälle rufen die Mitarbeitenden dann umgehend die Feuerwehr. Weitere Infos und eine Übersicht der Kosten gibt es auf der Webseite des Malteser Hausnotrufs.
Herdalarm
Da in der Küche beim Kochen und Braten Dunst entsteht, können Rauchmelder hier häufig Fehlalarme auslösen. Eine gute Alternative sind sogenannte Herdalarme oder Herdwächter, die über Sensoren auf eine übermäßige Hitzeentwicklung des Herds reagieren. Manche Modelle können direkt mit dem Herd verbunden werden und diesen im Alarmfall automatisch abschalten.
Feuerlöscher
Wird ein entstehender Brand rechtzeitig bemerkt, kann er mit einem Feuerlöscher selbst bekämpft werden. Dieser sollte dafür immer gut erreichbar sein und nicht etwa im Keller oder hinten in der Besenkammer aufbewahrt werden. Für Seniorinnen und Senioren empfiehlt es sich, auf leichte und handliche Modelle zurückzugreifen, die griffbereit in den Räumen platziert sind. Gerade in der Küche sollte immer ein für Fettbrände geeignetes Gerät bereitstehen. Löschen Sie Fettbrände niemals mit Wasser! Ist kein Feuerlöscher vorhanden, versuchen Sie die Flammen mit einem großen Deckel oder einem feuchten Küchentuch zu ersticken.
Im akuten Notfall die Feuerwehr rufen
Sollte es zu Rauch- oder Brandentwicklungen in den eigenen vier Wänden kommen, zögern Sie nicht, die Feuerwehr unter der Nummer 112 zu rufen. Wichtig ist hierbei, Ruhe zu bewahren, die Anweisungen der Leitstelle zu befolgen und folgende Fragen zu beantworten:
Wo brennt es?
Was brennt?
Wie viel brennt?
Welche Verletzungen liegen vor?
Quelle: Malteser Hilsdienst





